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Die Reisebranche bleibt auch 2026 in Bewegung – und das schneller denn je. Wir werfen einen datenbasierten Blick auf den digitalen Reisemarkt in Deutschland, Österreich, der Schweiz und erstmals auch Südtirol.
Eine zentrale Erkenntnis: Der Markt entwickelt sich nicht nur technologisch weiter – sondern auch emotional. Zwischen KI-gestützter Reiseplanung, Social Media als Inspirationsquellen und dem wachsenden Wunsch nach Ruhe, Natur und Entschleunigung entsteht ein neues Spannungsfeld, das die Branche prägt.
SUCHEN
Die digitale Sichtbarkeit und die Art, wie wir Reiseziele und Angebote finden, verändert sich grundlegend. KI-gestützte Suchergebnisse spielen dabei eine zentrale Rolle: Bereits rund 40 % aller Suchanfragen werden durch sogenannte AI Overviews direkt in der Suche beantwortet – mit spürbaren Auswirkungen auf Klickzahlen und Website-Traffic.
Parallel dazu gewinnen Soziale Medien weiter an Einfluss: Mehr als die Hälfte der Reisenden lässt sich hier inspirieren. Plattformen wie TikTok, Instagram und YouTube prägen die Reiseentscheidung – Sichtbarkeit entsteht zunehmend dort, wo Inhalte geteilt, gespeichert und erlebt werden.
PLANEN
Künstliche Intelligenz ist längst Alltag geworden: Rund 40 % der Reisenden nutzen KI für Planung und Konkretisierung, 39 % für organisatorische Aufgaben wie Pack- oder Checklisten.
Bewusstsein und Entschleunigung gewinnen in der Nachfrage an Bedeutung. Das zeigt sich vor allem in aktuellen Reisetrends wie Quietcation, Conscious Travel oder Train Travel.
BUCHEN
Die digitale Buchbarkeit ist alternativlos geworden. Während 2019 noch rund 61 % der Buchungen digital erfolgten, lag der Anteil 2025 bereits bei 71 %. Damit wird sie zur Grundvoraussetzung, um individuelle Reisebedürfnisse flexibel abbilden zu können. Auch Bezahlprozesse verlagern sich zunehmend in digitale Kanäle– im DACH-Raum und in Italien werden inzwischen durchschnittlich 80 % aller Transaktionen digital bezahlt.
Gleichzeitig haben sich Reiseformen wie Bleisure und Workation etabliert. Die Kombination aus beruflichen und privaten Reiseanlässen gewinnt an Bedeutung, wobei insbesondere die Wahl der An- und Abreise – etwa im Kontext klimafreundlicher Verkehrsmittel – eine wichtige Rolle spielt.
ERLEBEN
Erholung bleibt das wichtigste Reisemotiv. Außerdem steigt die Nachfrage nach Angeboten rund um Abenteuer, Retreats- & Sportevents, Strandurlaub und Musik & Kultur.
Auffällig ist dabei, dass Reisende unterschiedlich tief in Destinationen eintauchen möchten: 37 % zählen zu den sogenannten "Kennenlerner:innen", die aktiv neue Inhalte aufnehmen wollen, während 13 % kein ausgeprägtes Interesse an der Destination selbst zeigen. Weitere 40 % nehmen eher eine beobachtende Rolle ein, während 10 % gezielt nach intensiven, aktiven Erlebnissen suchen .
Das bewusste Erleben vor Ort wird immer wichtiger – insbesondere mit Blick auf lokale Kultur, regionale Anbieter sowie den verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Lebensraum. Und auch die An- und Abreise mit der Bahn gewinnt langsam aber stetig an Bedeutung.
TEILEN
Reiseerlebnisse werden mehr denn je digital geteilt und beeinflussen damit direkt die Entscheidungen anderer: 53 % der deutschen Reisenden lassen sich bei der Wahl ihres Reiseziels von sozialen Medien inspirieren.
Während der Reise bleibt die Social-Media-Aktivität über alle Altersklassen hinweg hoch: Rund 50 % der Social Media-Nutzer:innen in Deutschland veröffentlichen Fotos oder Videos ihrer Reise, 35 % suchen gezielt nach "instagram-würdigen" Orten.
Online-Bewertungen spielen weiterhin eine zentrale Rolle: 71 % der Reisenden geben an, dass Reiseportale ihre Wahl der Unterkunft beeinflussen, während 78 % selbst Bewertungen abgeben, wenn sie dazu aufgefordert werden.
