31. Verleihung des Romanikpreises am 9. Mai 2026
Zum 31. Mal verleiht der Tourismusverband Sachsen-Anhalt e. V. (LTV) am 9. Mai 2026 den Romanikpreis. Mit dieser Auszeichnung werden Engagement und Aktivitäten gewürdigt, die in besonderer Weise zur Bekanntheit und zur Steigerung der Attraktivität der „Straße der Romanik“ beigetragen haben. Die Festveranstaltung findet in der Kirche St. Peter und Paul in Groß Ammensleben statt, traditionell am Wirkungsort des Vorjahrespreisträgers.
Die erfolgreiche Tourismusroute lebt von den vielfältigen Impulsen engagierter Stiftungen, Vereine, ehrenamtlich Tätiger, Künstler, Sponsoren und Medien. Sie alle tragen dazu bei, die romanischen Bauwerke Sachsen-Anhalts lebendig zu halten und kulturelles Erbe erlebbar zu machen. Der Romanikpreis rückt diese ehrenamtlichen Akteurinnen und Akteure und Initiativen in den Fokus der Öffentlichkeit.
Romanikpreis – Kategorie Personen
Der Romanikpreis in der Kategorie „Personen“ geht an Rüdiger Kempe aus Frose. Seit mehr als 30 Jahren setzt er sich für den Erhalt der Stiftskirche St. Cyriakus ein. Unter seiner Regie konnten der Glockenturm umfassend saniert sowie die historische Glocke instandgesetzt werden, sodass die originale Glocke wieder erklingt. Neben seiner fachlichen Expertise als Steinmetz gelang es ihm, Fördermittel einzuwerben und die entsprechende Nachweisführung zu übernehmen. Mit der Sanierung des Glockenturms leistete er einen entscheidenden Beitrag zur Zukunftssicherung dieses Bauwerks der „Straße der Romanik“.
Romanikpreis – Kategorie Projekte
In der Kategorie „Projekte“ wird das Projekt „Schülertheater und Vortrag zur Ausgrabung des Klosters Kaltenborn“ ausgezeichnet. Es ist Teil des Gesamtvorhabens „Gesegnete Kohle – Bergbau trifft Bauernkrieg“ und verbindet regionale Bergbaugeschichte mit den Ereignissen des Bauernkrieges und der romanischen Klosterkultur.
Im Mittelpunkt steht das 1118 gegründete Augustiner-Chorherrenstift Kaltenborn, ein bedeutendes Zeugnis romanischer Baukunst. Auf Grundlage aktueller archäologischer Grabungsergebnisse erarbeiteten Schülerinnen und Schüler eigenständig ein Theaterstück zur Erstürmung des Klosters im Jahr 1525 und ergänzten dieses durch einen fundierten Vortrag zu den Befunden. Das Projekt steht beispielhaft für eine nachhaltige und identitätsstiftende Vermittlung romanischer Bau- und Kulturgeschichte und schafft niedrigschwellige Zugänge zum kulturellen Erbe.
19. „Straße der Romanik“-Sonderpreis des MWL
Parallel wird der mit 10.000 Euro dotierte „Straße der Romanik“-Sonderpreis des Ministeriums für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt (MWL) verliehen. Die Auszeichnung geht an den Verein GuM e. V. für das Projekt „Instandsetzung der barocken Taufe in der romanischen Dorfkirche Wust“.
Die Taufe ist derzeit instabil, weist lose Teile auf und wird durch ein Metallgerüst gestützt; zudem blättert die Bemalung ab. Ziel des Projektes ist die Restaurierung als Abschluss der Trockenlegungsarbeiten in der Kirche, um die Ausstattung aufzuwerten, attraktivere Bedingungen für die Besucherwerbung zu schaffen und die Kirche als Begegnungsstätte in ihrer barocken Inneneinrichtung zu erhalten.
Der Verein engagiert sich darüber hinaus für die Erhaltung romanischer Backsteindorfkirchen, bietet Führungen, Konzerte und Vorträge an und dokumentiert seine Arbeit in Publikationen wie der Zeitschrift „Offene Türen“ sowie zahlreichen Broschüren.
Internationaler TRANSROMANICA-Preis
Der internationale TRANSROMANICA-Preis würdigt in diesem Jahr Corinna Böhm für ihr herausragendes Engagement für die Kirche St. Vitus in Kloster Gröningen. Seit fast einem Jahr verantwortet sie die Öffentlichkeitsarbeit und hat das Bauwerk aus einem zweijährigen „Dornröschenschlaf“ geweckt.
Ihr Einsatz geht weit über das vertraglich Vereinbarte hinaus: Wochenendführungen übernimmt sie ehrenamtlich, Plakate, Zeitungsartikel und Berichte entstehen häufig zusätzlich zu ihrer regulären Arbeitszeit. Ihr Engagement trägt maßgeblich dazu bei, die Bedeutung dieses romanischen Bauwerks nachhaltig im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.
Mit der Verleihung des Romanikpreises, des MWL-Sonderpreises sowie des internationalen TRANSROMANICA-Preises würdigt der Tourismusverband Sachsen-Anhalt auch 2026 das außergewöhnliche Engagement zahlreicher Menschen, die die „Straße der Romanik“ als kulturelles Aushängeschild des Landes lebendig halten und weiterentwickeln. Der Romanikpreis ist vom FDP-Landesverband Sachsen-Anhalt gestiftet.
