Das ist doch selbstverständlich?

Anweisung reinreichen, Ergebnis kontrollieren, Gehalt überweisen. Der Chef erhält die Leistung, der Mitarbeiter das Geld. Sauberer Deal. Ein „Danke“ braucht es nicht. Oder doch?

Sollte ein Chef seinen Mitarbeitern Danke sagen, wenn sie einfach nur ihren Job machen? Ja, unbedingt, ergab eine Leser-Umfrage der Impulse-Digitalchefin Nicole Basel. Und das nicht nur, weil „Bitte“ und „Danke“ in unseren Breiten zum guten Ton gehören. Fünf Gründe sprechen laut Umfrage dafür, dass Vorgesetzte sich regelmäßig bei ihren Mitarbeitern bedanken sollten. 

1. Mitarbeiter ans Unternehmen binden
Der Restaurantchef steckt zum Feierabend noch einmal den Kopf in die Küche und ruft dem Team ein „Danke euch für den klasse Abend“ zu. Der Vertriebsleiter verlässt das Büro nicht, ohne sich vorher noch einmal bei seinem Team für den Tag zu bedanken. Überflüssig? Nein. Es geht nicht nur darum, sich spontan für eine gute Arbeit zu bedanken. Denn das erreicht diejenigen nicht, die stets gleichmäßig gute Leistung erbringen. Ein Danke-Ritual ist gut für das Betriebsklima. Vorgesetzte berichten in der Umfrage von einem niedrigeren Krankenstand und einer geringeren Fluktuation, seitdem sie sich regelmäßig bei ihren Mitarbeitern bedanken.

2. Sinn stiften
Ein Danke drückt Wertschätzung aus und zeigt dem Arbeitnehmer, dass seine Arbeit gesehen wird. Das verstärkt sein Empfinden, einen wichtigen Beitrag fürs Team und fürs Unternehmen zu leisten. Diese Sinnstiftung ist ein entscheidender Leistungsantrieb.

3. Betonen, was nicht selbstverständlich ist
„Nicht geschimpft ist Lob genug“ – dass diese Führungsdevise nicht richtig sei, darin waren sich alle Teilnehmer der Umfrage einig. Ob ein erfolgreiches Telefonat oder eine schnelle Lieferung – Danke zu sagen, sei eine besondere Form der Anerkennung, nicht nur eine Floskel. „Ich bedanke mich dafür, dass ich mich auf die Kollegen verlassen kann“, so eine Teilnehmerin. Dabei ginge der Dank nicht nur in eine Richtung. Auch beim Chef dürfe man sich bedanken, wenn er beispielsweise im Gespräch ein hohes Maß an Offenheit und Vertrauen zeigt.

4. Wertschätzen, wenn jemand Aufgaben erledigt, die nicht zu seiner eigentlichen Arbeit gehören
Der Programmierer, der den weniger technikaffinen Kollegen immer wieder hilft, wenn der PC zickt. Oder die Angestellte in der Schreinerei, die ihrem Chef lästige Buchhaltungsaufgaben abnimmt, weil sie Spaß an Zahlen hat. Bei Mitarbeitern, die etwas tun, das nicht zu ihren eigentlichen Aufgaben gehört, sollte man sich bedanken. Denn gerade von einer solchen informellen Zusammenarbeit profitiert eine Organisation.

5. Freude schenken
Die Worte Bitte und Danke fallen viel zu selten in unserem Alltag und so darfst du sie getrost häufiger verwenden. „Ein Danke bringt ein Lächeln ins Gesicht des Gegenübers, egal in welcher Sprache“, so ein Teilnehmer.

Weitere Gründe für einen freundlichen wertschätzenden Umgang fand Nicole Basel bei einer Umfrage heraus.