Die Tourismusbranche hätte anders gewählt

Bundestagswahl 2021

Am Sonntag lieferten sich Union und SPD noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Bundestagswahl. Allerdings: Die Touristikbranche hätte anders gewählt – so jedenfalls das Ergebnis einer Umfrage von fvw|TravelTalk.

(Stand von 5.33 Uhr) Am frühen Montagmorgen gab der Bundeswahlleiter folgendes Ergebnis bekannt: Die SPD hat die Bundestagswahl 2021 nach Auszählung aller 299 Wahlkreise klar vor der Union gewonnen. Sie kommt auf 25,7 Prozent, die Union aus CDU und CSU hingegen erlebt ein Rekordtief und stürzt auf 24,1 Prozent ab. Die Grünen erringen mit 14,8 Prozent das beste Ergebnis ihrer Parteigeschichte und werden drittstärkste Kraft. Die FDP verbessert sich auf 11,5 Prozent. Die AfD rutscht mit 10,3 Prozent vom dritten auf den fünften Rang. Die Linke stürzt auf 4,9 Prozent und schafft es nur über Direktmandate als Fraktion in den Bundestag. Die genaue Sitzverteilung ist momentan noch mit Unsicherheiten behaftet und wird später verkündet. Dann wird der Bundeswahlleiter auch das vorläufige Endergebnis bekanntgeben.

In der Umfrage unter Touristikern auf fvw|TravelTalk lieferten sich FDP und Grüne hingegen ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz eins mit je 24 Prozent. Über das starke Abschneiden dieser Parteien lässt sich trefflich spekulieren: Die Liberalen gelten natürlich als traditionell wirtschaftsnah. Sie hatten insbesondere während des dritten Lockdowns aber auch immer wieder konkrete Öffnungsperspektiven gefordert, was manch einem Branchenteilnehmer gefallen haben dürfte.

Bei den Grünen machte sich in den vergangenen Jahren insbesondere der Bundestagsabgeordnete Markus Tressel einen Namen in der Branche. Er gilt vielen als Politiker mit besonders hoher Fachkompetenz in Sachen Tourismus, gehörte seit seinem Einzug in den Bundestag auch dem Tourismusausschuss des Parlaments an. Er trat bei dieser Bundestagswahl jedoch nicht wieder an.

SPD und Union lieferten sich in der fvw|TravelTalk-Umfrage ebenfalls ein Kopf-an-Kopf-Rennen – allerdings um Platz drei. Am Ende erreichten die SPD 19 Prozent und die CDU/CSU 15 Prozent.  Es folgen die AfD mit 5 Prozent und die Linke mit 3 Prozent. Insgesamt beteiligten sich 225 Leser an der Umfrage. Für bislang nicht im Bundestag vertretene Parteien stimmten 10 Prozent unserer Leser ab.

Derweil ließ sich Politikprominenz auch kurz vor den Wahlen am Sonntagabend noch bei Vertretern der Reisebranche blicken. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) besuchte am Freitag das Reisebüro Franzen im Saarland, um sich über die Lage der Reisebranche zu informieren, wie Büroinhaber Joerg Franzen mitteilte.

Maas habe der gesamten Branche auch weiterhin die Unterstützung der SPD zugesichert. Das gelte ebenfalls für den von Franzen mitgegründeten Reisebüro-Verband im Saarland, teilte der Touristiker mit. Maas stellte sich im Wahlkreis 297 (Saarlouis), in dem auch Franzens Büro liegt, zur Wahl. Er erhielt dort die meisten Personenstimmen und ist damit in den Bundestag gewählt worden.