Länderchefs fordern neue Regeln für Reiserückkehrer

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will Quarantäneregeln für Reiserückkehrer bereits zum 1. August einführen. Auch andere Länderchefs verlangen schnelles Handeln.

Angesichts steigender Corona-Neuinfektionen in der Feriensaison gibt es neue Forderungen nach schärferen Regeln für Reiserückkehrer. "Die neuen Regeln für Reiserückkehrer müssen vom 11. September auf 1. August vorgezogen werden", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder der Augsburger Allgemeinen. "Denn eine Quarantäneverordnung erst nach den Ferien ergibt keinen Sinn." Die Regelung für Reiserückkehrerinnen solle bundesweit einheitlich auf einer Ministerpräsidentenkonferenz geregelt werden, forderte Söder; das für Ende August geplante Treffen solle vorgezogen werden.

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) verlangt schärfere Regeln für Reiserückkehrer. "Schon bei der Rückkehr aus einem Risikogebiet sollten zwei Tests und eine Quarantäne bis zum zweiten Test verpflichtend sein", sagte sie dem Handelsblatt. Ein Test bei der Rückkehr sei nicht aussagekräftig genug.

Der Präsident des Weltärztebundes, Ulrich Montgomery, warnte vor einem Infektionsanstieg durch Reiserückkehrerinnen aus Spanien und Italien. Der Vireneintrag durch jüngere Urlauber, die oft noch nicht zweimal geimpft seien, werde steigen, sagte er der Rheinischen Post. Dem müsse man mit konsequenter Quarantäne für ungeimpfte Reiserückkehrer begegnen.

"Nicht die gute Ausgangslage verspielen"
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) forderte die kurzfristige Einberufung einer Bund-Länder-Konferenz. "Bund und Länder müssen sich zügig abstimmen. Deshalb sollte die nächste Ministerpräsidentenkonferenz möglichst bald stattfinden", sagte Woidke. "Wir müssen alles dafür tun, damit das normale Leben möglichst aufrechterhalten bleiben kann."

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sieht einen kurzfristigen Abstimmungsbedarf zwischen Bund und Ländern: "Auch wenn die Lage auf den Intensivstationen deutlich besser geworden ist, dürfen wir jetzt nicht die gute Ausgangslage für den Herbst verspielen."