"Schlag ins Gesicht", "Nase voll"
Reaktionen auf verschärften Lockdown
Die Reaktionen aus Hotellerie und Gastronomie auf den verlängerten Corona-Lockdown sind vernichtend. Wut und Verzweiflung machen sich breit. Das Handeln der Regierung sei ein „Schlag ins Gesicht“ der Branche, so der Tenor.
Der DEHOGA in Niedersachsen hält den verlängerten Corona-Lockdown für verfehlt und sorgt sich um die Gesundheit von Gastronomen und Hoteliers. «Mittlerweile herrscht überall tiefste Frustration und Depression», sagte Hauptgeschäftsführer, Rainer Balke, am Dienstag. «Wenn das ständig so weiter geht, geht es für die Betriebe nicht mehr nur um eine existenzielle Gefährdung, sondern auch um persönliche Gefährdung.»
Eigentlich hätten viele Restaurantbesitzer, Gastwirte, Hoteliers und deren Mitarbeitende zu Ostern eine Öffnung erwartet - und damit eine Perspektive, wie es danach weitergehe. «Die Betriebe hätten nach langer Zeit endlich mal wieder ein Gefühl von Gastgewerbe gehabt.» Umso größer sei nun die Enttäuschung und die schlage vielen auf das Gemüt, sagte Balke. «Die Leute gehen alle auf dem Zahnfleisch.»
Für das Ostergeschäft sei ein «gewaltiger Umsatzausfall» zu erwarten. Demnach betrage der Nettoumsatz im Gastgewerbe in Niedersachsen an einem durchschnittlichen Tag rund 20 Millionen Euro - zu Ostern sei mindestens von einem doppelten Volumen auszugehen. «Das heißt 40 Millionen über fünf Tage zu Ostern, da sind wir bei 200 Millionen Euro, die wegfallen», sagte Balke. «Das ist für Niedersachsen ein gewaltiger Umsatzeinbruch, der ist für die einzelnen Betriebe aber noch viel existenzieller.» Auch auf eine Öffnung der Außengastronomie gebe es keine Hoffnung mehr.
Stattdessen setzt der Branchenverband nun darauf, Teil der vom Land und Kommunen angedachten Modellvorhaben zu werden. «Ich hoffe, dass wir da eingebunden werden. Alles andere macht keinen Sinn», sagte Balke. Die Betriebe stünden bereit, um mitzuwirken. Denn so gebe es eine Perspektive, wenn auch nicht sofort für die ganze Branche.
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